Mittwoch, 17. Februar 2010

Menschenteufel

Menschenteufel ein Kriminalroman von Marcus Rafelsberger, erschienen 2009 im emons Verlag.


Kurzbeschreibung


Oberinspektor Laurenz Freund erhält einen grausamen Fall. Im Prater wird eine Leiche mit Bocksbeinen und Hörnern gefunden. Freud hat eigentlich gar keine Zeit für die Leitung einer Soko, da er sich um seinen dementen Vater kümmern muss. Es tauchen noch weitere Halbmensch - Halbtierleichen auf.

Gleichzeitig ermittelt eine junge Kollegin, Lia Petzold, sehr eigens in einem anderen Fall bei dem es um einen zusammengeschlagenen, schwarzen Amerikaner geht. Der Amerikaner war auf der Suche nach Menschen auf einem Foto, das aus der Nachkriegszeit stammt. Einer davon ist ein amerikanischer Soldat, der 1948 ermordet wurde. Der Amerikaner wurde von einem Mann gefunden, der ebenfalls mittlerweile verschwunden ist.

Petzold und Freund ermitteln auf eigene Faust und werden auch beinahe von einer weiteren Gruppe getötet. Am Ende nimmt das Buch eine ungeahnte Wendung und kommt einem Kinderschmuggelring auf die Spur. Die Kinder werden befreit, der Amerikaner findet seine Mutter und Petzold kann aus ihrer gehassten Abteilung gehen.



Der erste Eindruck


Der erste Eindruck des Buches war ganz gut. Ich hab im Netz von dem Buch gelesen. Also wollte ich es schnellstmöglich haben. Am Münchner Bahnhof gibt es drei Buchhandlungen zwei kannten das Buch aber leider hatte es keine vorrätig. Hugendubel in München kannte es auch sofort hatte es aber auch nicht vorrätig. Glück hatte ich er st nach drei weiteren Buchhandlungen wovon es nur eine kannte in einer kleinen in Gersthofen, hier gab es das Buch und auch mehrere Exemplare vorrätig an einem zentralen Tisch in der Mitte. Das Buch war noch verpackt in Folie zu Hause wurde ich dann erst mal etwas skeptisch als ich es auspackte, denn das erste was herauskam war eine Werbepostkarte vom Tatort, was mich jetzt nicht gerade positiv ansprach. Auch der Buchrücken sprach nicht sofort an, so heißt es dort:

„Was ist er: Terrorist oder Teufel?

Was zählt mehr: Vergangenheit oder Gegenwart?

Wer hat recht: Er oder Sie?“

Für mich klang das mehr nach einer Lovestory doch diese bleibt eigentlich aus, gut mit viel Fantasie kann man eine Beziehung zwischen der Kommisarin Lia Petzold und dem amerikanischen Kollegen Shakleton sich denken, allerdings ist es wohl eher nur ein Flirt.


Die Charaktere

Alle Charaktere sind sehr gut beschrieben aber dennoch bleibt noch Raum für eigenes Vorstellungsvermögen, auffallend ist dass der Autor sehr viel wert auf Kleidung legt, vor allem bei der Damenwelt wird intensiv auf deren Outfits eingegangen. Eigentlich werden alle brisanten Themen einmal angesprochen: die Emanzipation durch Petzolds harte Stellung im Team, Rassismus und sogar Drogen - durch nichtvorhandenes Betäubungsmittel ;). Freunds Vater ist der Unterhaltungsbonus im Buch, wer schon mit dementen Menschen zu tun hatte, weiß wie anstrengend es ist und kann es gut nachempfinden was Freund durchmachen muss, allerdings verleitet es doch immer wieder zum Schmunzeln. Allgemein werden alle älteren Charaktere sehr neckisch dargestellt und man findet bei jedem eine Eigenschaft die man selbst schon erlebt hat.


Der Aufbau

Das Buch ist gut struktiert es wechselt zwar immer wieder die Ansichten aber man kommt dennoch sehr gut mit. Es ist wirklich kurzweilig und ich musste es zu Ende lesen. Am Ende wird man als neugieriger Leeser belohnt denn es kommt schnell zum Ende und zieht sich nicht Seitenlang hin. Ob es nun wirklich ein Krimi ist, dessen bin ich mir nicht sicher. Den teilweise wird es schon sehr gruselig und sehr detailiert beschrieben; Ich selbst verbinde Krimi ja eher immer mit dem etwas laschen dahingeplätschere. Als typischer Krimi kann man es definitiv nicht abtun. Auch der dunkel gestaltete Titel und das Bild hätten mich jetzt eher auf Thriller schließen lassen. Der Schauplatz Wien wird natürlich sehr schön herausgearbeitet, man merkt schon nach kurzem Lesen und nur ständige Wienurlauberin, dass hier jemand am Werk ist, der Wien kennt und schätzt, kein Wunder als Wiener.


Alles in allem kann ich das Buch empfehlen, aber wie bereits gesagt, wer einen Krimi erwartet liegt ziemlich daneben. Äusserst interessant ist auch all das zusätzliche Material, das man über Facebppk sehen kann. Da bekommt man immer noch mehr Spaß das Buch zu lesen.

Montag, 8. Februar 2010

Die #BuchSW


Die Verlage treffen sich um ihre Zukunft zu sehen


AM 05.02.2010 trafen sich im Literaturhaus in München zahlreiche Herrschaften von Verlagen und Buchhandeln um über die Stellung und Möglichkeiten von Bücher im Social Web zu diskutieren und etwas zu erfahren.


Anfahrt mit Hindernissen


Auch ich als Studentin habe die Möglichkeit bei diesem Event teilzunehmen. Also ziehe ich Freitag in aller Frühe los und fahre mit dem Zug nach München. Nach einer ersten panischen Attacke im Zug, bei der ich feststellte dass ich alle Infos die ich mir so schön ausgedruckt hatte zu Hause vergessen habe, kam ich endlich in München an. Aber anstatt gleich die U-Bahn vom Hauptbahnhof zum Odeonsplatz zu nehmen glaub ich ja, dass der lange graue Bereich auf dem Fahrplan nicht mehr zum Hauptbahnhof dazugehört, also nehme ich erst mal die S-Bahn zum Stachus und steig da in die U4 zum Arabellapark und steig eine Station später am Odeonsplatz aus (ich weiß dass es jetzt etwas peinlich ist zuzugeben dass ich in München studiere - ist aber so). Voll motiviert und mit Googlemaps auf dem Blackberry griffbereit mach ich mich auf dem Weg. Geradeaus und dann links zum Salvatorplatz, nachdem man an vielen Polizisten (Sicherheitskonferenz) vorbeigeht landet man auf einer großen Kreuzung (Brienerstr. und Oscar von MillerRing) wo ein Schild zum Parkhaus Salvatorplatz genau in die andere Richtung zeigt aus der ich gerade komme, also wieder zurück. Anscheined muss man in die Strasse wo die ganzen Polizisten stehen - freundlich lächeln und unauffällig vorbeigehen. Läuft man ein Stück geradeaus sieht man dass Literaturhaus. Drinnen find ich mich wenigstens besser zurecht, in dem dritten Stock findet die Veranstaltung statt. Das Treppenhaus ist super geeignet für mich als Treppenfeind also werde ich den ganzen Tag den Aufzug benutzen auch wenn es nur ein Stockwerk zum Klo hinuntergeht. An der Anmeldung gibt es dann erst mal den nächsten Schrecken, da kennt mich keiner, es gibt kein Namensschild und nichts. Soll jetzt alles umsonst gewesen sein?


Technik - Pleiten, Pech und Pannen

Zum Glück taucht Frau Jones auf, die sich an meine Mail erinnert und lässt mich rein, Namensschild bekomme ich leider keines, ist wohl nur für die richtig arbeitende Bevölkerung. Zum Frühstück gibt es Butterbrezen und Kaffee, erstmal bin ich richtig erstaunt wie viele Menschen da sind und dass sich alle kennen. Ist wohl so in der Verlagsbranche.

Im Vortragsraum bin ich erstmal überrascht zum einen wie groß der Raum ist und wie viele Teilnehmer es somit sind und zum Anderen über das Technische Equipment. Links vorne konnte man eine große Beamerprojektion die alle Tweets mit #Buchsw anzeigt, das ist die Twitterwall. Dies wird den ganzen Tag von sehr vielen sehr intensiv genutzt wird. Sie ermöglicht den Austausch mit allen „da draussen“ die alles „nur“ per Livestream verfolgen. Den auch so etwas hat Lovelybooks eingerichtet eine Liveübertragung, allerdings stockt diese immer wieder und sorgt für eine Diskussionen auf der Twitterwall. Das eingerichtete W-Lan funktioniert leider nicht so reibungslos wie sie es sich vorgestellt hatten und so können nur einige über das Hauseigene Netz ins www stürmen. Dies geht keider sogar so weit, dass nicht einmal die Vortragenden ins Internet kommen, bis jemand seinen Surfstick verleiht. Manche Referenden haben leider auch noch nicht ganz ihre FUnktionen ihres Laptops verstanden und vergessen die Energiesparfunktion auszuschalten. Interessant wäre nur warum Lovelybooks diese Aufstuhlung bevorzugt, nach der letzten Sitzreihe sind noch etwa 5m frei bis noch eine allerletzte Sitzreihe direkt an der Wand kommt. Auffallend ist, dass es wie in der Uni läuft die letzte Reihe ist ziemlich schnell voll besetzt und ich mittendrin.


Die Vorträge

Die Moderatorin Meral Akin-Hecke führt gekonnt durch das Programm, leider ist sie manchmal etwas sehr schwer zu verstehen. Als erstes erklärt Leander Wattig die Entwicklung von der simplen Steinzeit und deren Methode zur heutigen Zeit und der schnelllebigen Welt des Web 2.0. Er verdeutlicht dass die Verlage Beziehungen zu den Lesern aufbauen müssen, nachdem sie nun schon die Möglichkeiten haben. Er bemüht sich sehr den Spagat zwischen absoluten Newbies und Web 2.0 erfahrenen herzustellen. Dennoch hätten sich die meisten wohl mehr von seinem Vortrag vorgestellt. Schnell entsteht nun auch sowohl im Publikum als auch auf der Twitterwall die Diskussion um Qualität und Quantität.

Nina Reddemann vom Hanserverlag beschreibt ihre eigenen Methoden um im Web 2.0 präsent zu werden am Beispiel facebook. Der Hanserverlag hat zum einen eine eigene Verlagsseite schreibt aber auch für ihre Autoren. Dies muss vorher auf jeden Fall deutlich gezeigt werden, das hier nicht die Autoren selbst aktiv werden. Ob es nun reine PR ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden und für sich bestimmen ob er das folgen will.

Nach der Kaffeepause kam wohl der Höhepunkt des Tages Thomas Pfeifer (webevangelisten.de) und Krimiautor Andreas Franz erklären die Vor- und Nachteile von Twitter. Für Andreas Franz wurde hierfür extra ein Twitteraccount eingerichtet und er twitterte am Freitag live zum ersten Mal. Seitdem hat er leider nicht mehr getwittert. Er erzählt aber auch von den Problemen - dem Suchtfaktor. So schaltet er jetzt schon von als erstes den PC an am morgen, nun wird wohl auch noch twittern hinzukommen. Der „Krimifranz“ führte mit so viel Spaß durch die Vorführung dass er snschließend gleich als Lückenfüller verwendet wurde bis technische Laptopprobleme geklärt waren.

Nach ersten technischen Schwierigkeiten erzählt nun Marcus Rafelsberger von seinen leider nicht ganz so erfolgreichen Versuchen sein neues Buch Menschenteufel übers Web 2.0 zu vermarkten. Erfreulich ist das er hierbei sehr ehrlich ist. Ehrlich geht es auch mit Susanne Martin von der SchillerBuchhandlung weiter. Frau Martin ist der Ansicht dass das Web 2.0 die Zukunft des Buchmarktes ist. Sie wollte es eigentlich nur ausprobieren und jetzt ist es ihre Alltagstätigkeit geworden Soziale Netzwerke zu bedienen.

Als letztes zeigt Karla Paul von Buchkolumne eher die Siete des Lesers, wie dieser alles auffasst und wahrnimmt. Sie sagt auch dass es jeder zumindest einmal ausprobieren muss um darüber urteilen zu können.


Der Event war wirklich schön gestaltet und man hat sich Gedanken gemacht. Mich würde nun nur interessieren warum hat Lovelybooks das organisiert? Ich konnte etliche Kontakte knüpfen und habe definitiv viele Erkenntnisse für meine Bachelorarbeit gewonnen. Für die Verlage und Buchhandel kann man nur sagen es ist noch einiges zu tun. Auffalend fand ich dass das iPad in keinem Beitrag erwähnt wurde.